#30 | 30 Tage, 30 Tips – Finale mit Studiorundgang

30 Tage sind vergangen, das 30. Video geht online, Grund genug Euch nun mal mein kleines Studio zu zeigen und auch noch mal darauf hinzuweisen, dass es sich lohnt beim Gewinnspiel mitzumachen. Denn der bx_digital V3 von Brainworx wartet bereits auf einen Glücklichen und Du müsst Dich nur in den Newsletter eintragen, oder – wenn du knobeln möchtest – alle Videos so anschauen, das alle 20 versteckten Buchstaben zusammenkommen und meinen fiktiven Bandnamen ergeben. Das Lösungswort kannst du dann an diese Adresse senden: jonas(ät) recording-blog.com. Der Einsendeschluss ist Dienstag, 04.10.2016. Also toi toi toi undnun vie Spaß bei meinem kleinen Studiorundgang 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=WRz5zU0xYxQ

#29 | 30 Tage, 30 Tips – Der Hauptgewinn – ein ganz besonderer EQ

Also heute mache ich mal gar kein großes Schnickschnack-Geschreibe, sondern verweise direkt auf das Video, denn den Hauptgewinn in meinem „30 Tage, 30 Tips“-Gewinnspiel kann man wohl am besten direkt am „klingenden Objekt“ erklären und zeigen. Daher freut Euch auf den Brainworx bx_digital V3 im Einsatz und nehmt fleißig am Gewinnspiel teil – vielleicht seid Ihr ja schon bald stolzer Besitzer und Benutzer dieses PlugIn-Monsters!

https://www.youtube.com/watch?v=o4jj4Gsoouk

#28 | 30 Tage, 30 Tips – Natürliche Tiefenstaffelung bei Vocals

Es ist schon toll, wenn man den Eindruck hat, dass der Backgroundchor im Song auch wirklich hinter dem Sänger zu stehen scheint, nur wie kriegen die das immer hin und vor allem mit welchen PlugIns?

Oft sind hierfür weniger PlugIns zuständig, als mehr die Aufnahmetechnik und die ist fast so alt wie das Recording selber. Denn früher, als man nur ein Mikro hatte, aber eine ganze VOcaltruppe wie z.B. die Comedian Harmonists aufnehmen wollte, mussten die Sänger die weit hinten klingen sollten auch weit hinten (also weit entfernt vom Mikro) stehen. Und so kann man natürlich auch heute noch arbeiten. Denn die üblicherweise in Studios genutzte Aufnahme-Technik des Close-Mikings – also möglichst nahe am Mikro dran – ist für die natürliche Tiefenstaffelung eher kontraproduktiv.

Probiert doch einfach beim nächsten mal aus, den Front-Sänger schön nah ans Mikrofon zu stellen und alle Backgrundchor-Aufnahmen bei gleicher Eintellung des Preamps ungefähr 1 m entfernt vom Mikro aufzunehmen. Das Mikro nimmt dann weniger Direktschall und mehr vom Raum auf, der Sound der Stimme ist auch nicht so fett und höhenreich wie beim Close-Miking und damit kriegt man automatisch die wichtigsten Parameter für eine erfolgreiche Tiefenstaffelung direkt beim Recording aufs Band bzw. die Festplatte. Und zwar ganz ohne PlugIns – toll!

https://www.youtube.com/watch?v=EM3eRmILwfk

#27 | 30 Tage, 30 Tips – Standard Bassdrum-EQ-Kurve

Auch wenn man eine Bassdrum (oder Kick oder BAsstrommel) mit den verschiedensten Mikrofonen und Mikrofon-Positionen abnehmen kann, kommt man Ende doch irgendwann an den Punkt, an dem man mit dem Equalizer noch den letzten Rest wegfiltern muss, um die Bassdrum wirklich zur Bassdrum zu machen. Und bei mir sind das im Prinzip ein paar Standard-Einstellungen, die zwar von Song zu Song und von Aufnahme zu Aufnahme etwas variieren, aber im Kern doch immer den selben Ausgangspunkt darstellen:

  1. Sicherheits-Lowcut bei 30 hz (Flankensteilheit gerne 18db/Okt oder steiler)
  2. je nach Bassdrum, Geschmack bzw. Musikstil kann man bei 63 hz den „SolarPlexus“-Bereich der Kick für mehr Druck anheben
  3. reite, deutliche Absenkung rund um 400-700 hz um die ganze „Pappe“ aus der Kick rauszufiltern
  4. etwas spitzere Anhebung (schmalerer Q-Faktor) im Bereich des Anschlag-Kicks irgendwo oberhalb 4-5 khz

Damit ist man auch schon meist im Reich der Glücksehligen. Die Bassdrum kriegt Druck untenrum, wirkt aufgeräumt und wenig pappig in den Mitten und gewinnt mit einem deutlich wahrnehmbaren Kick in den Höhen auch auf kleineren Speakern an Durchsetzungskraft – et voilá 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=tzOByEjwzsQ

#26 | 30 Tage, 30 Tips – Kerniger Männer-Backgroundchor

So manche Rock-Produktion lebt auch davon, dass man das Gefühl hat, hier singen hinter dem Sänger nur echte Kerle. Und um dieses Gefühl auch dem Zuhörer erfolgreich zu vermitteln, braucht es zumindest zwei Hauptzutaten:

Zum Einen sollte auf den Spuren nicht allzu genau und sauber gesungen werden, da man sonst zu schnell in Richtung BeeGees oder Abba kommt. Für gute Sänger ist dies oft der schwierigste Part, denn sauber singen kann so tief in einem stecken, dass man den Schmutz selten freiwillig rauslässt. Man kann einem gelernten Gitarristen ja auch nicht sagen, er soll mal wie ein Anfänger spielen – das können nur Anfänger 😉

Die zweite Zutat ist gerade im Heimstudio, und vor allem wenn man immer alles alleine macht, schwerer zu bekommen, denn es ist beim kernigen Männerchor auch wichtig, verschiedene Stimmen zu haben, denn wenn die Stimmen im MIx von der Charakteristik zu gleich klingen ist man schnell wieder bei Abba und BeeGees. Also klopft im Zweifel mal bei Eurem Nachbarn und fragt, ob er nicht mal kurz mitmachen möchte und spendiert ihm dadurch nicht nur seine berühmten 5 Minuten Ruhm, sondern Euch auch einen authentischen, kernigen Männer-Backgroundchor!

#25 | 30 Tage, 30 Tips – Büchertips von Jonas

Manchmal ist es nicht genug, sich ein paar Tutorial-Videos reinzuziehen und direkt zum ersten Welthit durchzustarten. Fundiertes Grundwissen hilft, das Gesehene besser zu verstehen und dann auch zielgerichtet einzusetzen. Und dafür ist bleibt das alte Medium Buch immer noch die beste Informationsquelle. Und diese Bücher kann ich Euch guten Gewissens ans Herz legen:

Practical Recording Techniques (Bruce Bartlett)
http://amzn.to/2cNuyWf

Mixing Secrets (Mike Senior)
http://amzn.to/2cNv7zc

Mischen wie dei Profis (Bobby Owsinski)
http://amzn.to/2d6tVXa

Murphys Laws of songwriting (Ralph Murphy)
Leider nicht mehr neu erhältlich, aber bei Ebay/Amazon gebraucht 🙁

PS: Ich weise darauf hin, dass es sich hierbei um Affiliate-Links handelt, die das Buch für Euch nicht teurer machen, mir aber einen kleinen Erlös zukommen lassen, der mich und meine Arbeit unterstützt!

#24 | 30 Tage, 30 Tips – Was ist besser? 16 bit oder 24 bit?

Manche Fragen arten im Bereich Recording schon zu philosophischen Abhandlungen aus, wobei man trotzdem immer genau differenzieren sollte. Zum Beispiel die Fragen nach Samplingrate und Bit-Tiefe, oder auch 16 bit/44,1 khz vs 24 bit/192 khz.

Bei der Samplingrate geht es frei nach dem Motto „Der hört auch das Gras wachsen“ spätestens ab 96 khz ins Reich der Sagen und Mythen (für mich persönlich reichen immer noch 44,1 khz aus), bei der Bit-Tiefe gibt es allerdings nicht subtil-hörbare, sondern klar technisch begründbare Gründe pro 24 bit.

Die Samplingrate gibt an, wie oft das Audiosignal pro Sekunde abgetatstet wird (bei 44,1 khz also 44.100 mal in der Sekunde). Die Bit-Tiefe gibt dabei an, wie genau das Signal an jedem dieser einzelnen Samplingpunkte abgebildet wird. Eine Bit-Tiefe von 16 bit bietet hierfür 65.536 Stufen oder in db umgerechnet 96 db Dynamikbereich von der leisesten bis zur lautesten Stelle. 24 bit-Recording bietet hier schon 16,7 Millionen Stufen oder 144 db Dynamik (1 bit = 6 db).

Auch wenn das erst mal in beiden Fällen nach großen Zahlen klingt, relativieren sich diese doch schnell in der Praxis. Denn bei jeder Aufnahme finden beim Sampling auch Rundungsfehler beim Übersetzen des Audiomaterials in Einsen und Nullen statt, die man auch als digitales Grundrauschen bezeichnet und dieses ist mindestens auf der geringsten Lautstärke zu finden, also entweder bei -96 oder -144 db. Auch wenn dieses digitale Grundrauschen in der Praxis je nach Wandler eher höher liegt, gehen wir zur Veranschaulichung mal von diesen Grundwerten aus.

Wenn man nun ein Signal aufnimmt, dessen lautestes Stelle -20db Pegel hat, beträgt der Abstand zum digitalen Grundrauschen bei 16 bit 76 db, bei 24 bit schon 124 db. Noch interessanter wird das Ganze aber, wenn man den Pegel auf normales Maß anhebt, denn dann erscheint das Grundrauschen bei 16 bit-Aufnahmen bei -76 db, bei 24 bit-Aufnahmen aber erst bei -124 db, liegt also immer noch weit unter dem leisesten Grundrauschen jeder 16 bit-Aufnahme.

Auch wenn das alles sehr theoretisch klingt, bleibt doch festzuhalten, das man bei 24 Bit-Aufnahmen auch die leisesten Aufnahmen ohne die Gefahr von erhöhtem Rauschen auf Normalmaß bringen kann, was bei 16 Bit-Aufnahmen definitiv in einem erhöhten und (!) wahrnehmbaren Grundrauschen resultieren wird. Also klarer Vorteil 24 Bit, auch wenn das Datenaufkommen dadurch um 50 % höher ausfällt!

#23 | 30 Tage, 30 Tips – Richtig laut mit Limiter

Wenn der Mix radiotauglich sein soll, dann muss er nicht nur so klingen, sondern vor allem auch die gleiche Lautheit bieten, denn wer regelt im Radio schon die Lautstärke nach, nur weil ein Song plötzlich viel leiser als der vorherige ist. Aber wie laut muss oder darf es denn eigentlich sein?

Bei den Anzeigen in unseren DAWs werden zumeist nur die Peaks, also die lautesten Pegel-Ausschläge unseres Songs angezeigt, die aber herzlich wenig mit der tatsächlichen Lautstärke zu tun haben, denn ein Snare-Schlag kann zwar einen kurzen, sehr hohen Ausschlag verursachen, wird aber genau wegen der Kürze des Ausschlages nicht wirklich laut wahrgenommen.

Die Lautheit wird auch als mittlerer Pegel oder auch RMS-Pegel bezeichnet, der das Hörempfinden unserer Ohren abbildet und damit die empfundene Lautstärke repräsentiert. Und diese sollte irgendwo im Bereich – 12 bis -9 db liegen, damit man bis zum Maximalausschlag noch einen vernünftigen Dynamikbereich von ca. 8 bis 10 db zur Verfügung hat. Die mittlere Lautstärke zeigen sowohl die Pegelanzeigen im Limiter-Plugin, als auch spezielle Metering-Plugins in den DAWs an. Studio One zeigt sie sogar mithilfe zweier kleiner weißer Striche direkt im Metering des Masterkanals an!

Nun muss man den Limiter nur noch richtig einstellen. Hierzu gilt zunächst, dass man als Obergrenze (Ceiling, Output o.ä.) für die lautesten Peaks nicht 0 db, sondern maximal -1 db wählen sollte, damit beim Ausspielen, komprimieren oder sonstigen Nachbearbeitungsschritten nicht doch noch ein paar Intersample-Peaks über die 0 db hinausschießen und damit unerwünschte digitale Übersteuerungen erzeugen. Nun dreht man nur noch den Input-Regler so weit auf, bis die Anzeige den RMS-Pegel an der lautesten Stelle im Song zwischen -9 und -12 db anzeigt. Fertig!

#22 | 30 Tage, 30 Tips – Fieldrecorder-Aufnahme aufpolieren

Fieldrecorder sind mittlerweile so erschwinglich und liefern gleichzeitig so hohe Aufnahmequalität, dass es fahrlässig wäre, das nächste Konzert nicht mal eben damit mitzuschneiden. Natürlich sollte es kein lautes Rockkonzert sein, aber eine schöne Akustik-Session oder ein Unplugged-Konzert sind es schon wert, mal eben damit aufgenommen zu werden.

Dass dabei nicht die CD-Qualität von MTV-Unplugged herauskommt sollte auch dem unbedarftesten Neueinsteiger klar sein, aber was man mit dem Einsatz unserer beiden Freunde EQ und Kompressor dann doch aus so einer Aufnahme herausholen kann ist schon verblüffend. Und wenn man es dann noch mit einem Limiter auf konkurrenzfähige Lautstärke zieht, steht dem nächsten Demo für die Bewerbungsunterlagen nichts mehr im Wege. Beispiel gefällig? Schaust du hier 🙂

#21 | 30 Tage, 30 Tips – LowCut ist wichtig

Es gibt Ratschläge, die man solange nicht ernst nimmt, bis man mit eigenen Augen gesehen oder wahlweise eigenen Ohren gehört hat, was es bedeutet sie zu ignorieren. Zu dieser Kategorie gehört auch der Tip, bei allen Kanälen, die nicht Bassdrum oder Bassgitarre heißen, mit einem LowCut alle nicht benötigten Frequenzen unterhalb von 120 – 150 hz wegzufiltern.

„Ist doch eh nicht zu hören“ lautet oft die Entschuldigung, „da kann ich mir auch die CPU-Last“ sparen. Zum einen muss man festhalten, dass die CPU-Belastung eines klassischen LowCut gegen Null tendiert. Zum anderen muss ich energisch erwidern „Nur weil du es nicht hörst, heißt es nicht, dass es nicht da ist!“. Der Legostein im Kinderzimmer ist ja auch nicht weg, nur weil man nachts das Licht auslässt um die Kinder nicht zu wecken. Das merkt man spätestens, wenn man diesen 1er Legostein mal durch bloßes Drauftreten mit dem nackten Fuß wiedergefunden hat!

Und so ist es auch mit tieffrequentem Material in Audio-Spuren – es ist immer noch da. Und weil es da ist und sich über alle Spuren ansammelt, kann es den eigentlichen Bassinstrumenten gleichzeitig Platz und Druck nehmen! Schlimmer aber noch ist, dass  die tieffrequente Energie – sofern sie nicht weggefiltert wird – am Ende der Kette im Masterbus nicht nur  Bus-Kompressor und Limiter viel früher an ihre Grenzen führen, sondern auch bei Endstufen und Lautsprechern zu einer nicht erklärbaren Auslastung der Systeme führen kann. Mit anderen Worten, man kann den Mix nicht nur weniger laut ausspielen. Nein, der nichtsdestotrotz vorhandene Mulm entkräftet auch noch Bass und Bassdrum im Mix und nimmt den Wiedergabesystemen den nötigen Druck für´s Wesentliche! Quasi eine Loose-Loose-Loose-Situation!

Also nicht vergessen, LowCut ist wichtig, auch wenn man nicht hört, was er wirklich macht! Und hier kannst du sogar sehen, was in einem normalen Mix so alles rumpoltert:

https://www.youtube.com/watch?v=n52lgjZUkyI